Arenal Paraiso Hotel in La Fortuna-Monteverde/Cloud Forest Lodge

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Heute erwartet uns der Jeep-Boat-Jeep Transfer nach Monteverde, dies soll der schnellste Weg sein. Nach einem opulenten Frühstück im Arenal Paraiso mit Blick auf den im Nebel fast verborgenen Vulkan werden wir pünktlich von einem Minibus abgeholt und zu fünft (zwei Amerikaner aus Oregon und eine Lady aus Canada) zum Arenal Stausee gebracht. Unterwegs haben wir einen schönen Ausblick auf den Vulkan, aber immer noch in Wolken. Am See weitet sich der Blick auf die grünen Hügel.

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Zu fünft klettern wir auf das Ausflugsboot und schippern eine Stunde über den See mit Richtung auf die herrlichen Hügel.

Dort müssen wir im Boot noch etwas warten, bevor uns der übliche Bus abholt und los geht die rasante Fahrt die Hügel hinauf und wieder hinunter. Manchmal stecken wir mitten in den Wolken und die Luft ist ziemlich frisch, es ist sehr erholsam nach der Hitze gestern im Kanu. Nach einer Stunde machen wir an einer Soda einen Stopp, um die durchgerüttelten Knochen zu sortieren und ein paar Fotos zu machen. Dann geht es rasant weiter, manchmal denken wir, der Wagen schafft es nicht mehr den Berg hoch oder ein Rad bricht, aber wir kommen erstaunlicherweise ohne Panne nach Monteverde.

Monteverde – das ist eigentlich nicht mehr als ein paar Hotels und ein paar Häuser an einer Huckelpiste mitten in den Wäldern und Weiden. Unsere Lodge überrascht uns sehr positiv: sie liegt mitten im Wald, eine Stichstraße einsam hoch auf 1.600 Metern Höhe. Und ist super ausgestattet. Wir wandern eine Runde um das Hotel und schauen uns den Start der Canopy-Tour an.


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Nach Absprache mit dem Hotel werden wir um 13 Uhr von einem Fahrer der Kaffeeplantage vor Ort abgeholt und machen eine Plantagen- Tour mitten durch die Kaffeesträucher. Dabei wird anschaulich erklärt, wie der Kaffee wächst. Zuerst werden aus der reifen „Kirsche“ die zwei Samen (Bohnen) per Hand herausgeschält und dann eingepflanzt. Nach ca. fünf Wochen wir die kleine Pflanze auf das Feld gebracht und entweder eingepflanzt oder erst in Plastikbeuteln weiter herangezüchtet. Erst nach ca. drei Jahren ist die Pflanze „fertig“ und blüht das erste Mal. Ein Strauch kann bis zu 15 Metern hoch wachsen und 150 Jahre alt werden, aber nach ca. 30 Jahren trägt er nicht mehr viele Früchte. Der Kaffee wird per Hand gepflückt (heute meistens von Flüchtlingen aus Nicaragua – wie auch auf den Bananen- und Ananasplantagen) – nur die roten Früchte, die grünen bleiben weiter dran. Wenn ein Feld geerntet ist, geht es wieder von vorne los, bis zu fünf Mal, dann sind alle Beeren geerntet. Die Früchte werden dann ins Wasser gekippt, um die leichten (hohlen) und die mindere Qualität herauszufischen, dennn die schwimmen oben. Dann kommen die Früchte/Kirschen in die Maschine, um die Bohnen von der Schale und dem Fruchtfleisch zu trennen. Anschließend bleiben die Bohnen 24 Stunden im Wasser zur Fermentation und werden dann gewaschen und getrocknet. Normalerweise trocknen sie in der Sonne, aber in Monteverde regnet es zu oft, so dass es hier in einer Art Gewächshaus gemacht wird. Dann lässt sich das kleine Häutchen abrubbeln und die grüne Kaffeebohne ist fertig. Die wird dann oft so exportiert, da jedes Land da andre Ansprüche hat und die Bohnen selber röstet. Nach der Tour können wir noch die verschiedenen Sorten Kaffee und Kuchen probieren und werden wieder zur Lodge zurückgebracht.

Dort buchen wir für den nächsten Tag noch eine geführte Tour durch den NP von St. Elena und werden um 17 Uhr zur Nachtwanderung abgeholt. Auf der Fahrt in den Regenwald der Kinder sehen wir einen spektakulären Sonnenuntergang mit tollen Wolken und Blick auf den Pazifik und die Halbinsel Nicoya. Dann sind wir im Wald und es wird sehr schnell dunkel. In der Station erhalten wir alle (8)Taschenlampen und los geht es in den Urwald. Gleich am Beginn der Wanderung haben wir die ersten zwei Leute verloren, wahrscheinlich sind sie von der Station aus alleine weitergegangen. Wir treffen sie nicht wieder…. Der Guide führt uns in schnellem Tempo über Stock und Stein und wir müssen uns sehr auf den Weg konzentrieren, da überall Äste und Wurzeln sind.

Wir haben in der Dunkelheit schnell die Orientierung verloren, aber Haupsache der Guide weiß, wo es lang geht. Er hat auch mit seiner Taschnelampe die ersten Tiere entdeckt: ein Faultier hängt oben im Baumwipfel, mehrere Vögel schlafen auf den Ästen mit dem Kopf unter dem Flügel – sie sehen aus wie kleine Federbüschel. Einer davon ist ein Verwandter des Quetzal, den wir selber aber nicht sehen. Interessant ist noch ein Vogelpärchen, das zusammengekuschelt auf einem Ast sitzt. Den Vögeln ist es heute Abend zu windig und zu kühl hier, so dass sie sich andere Gegenden zum Schlafen suchen.

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Wir sehen noch interessante Grashüpfer und andere Insekten, einen schlafenden Blue Morpho, der seine blaue Farbe versteckt, und natürlich mehrere Taranteln in ihren Höhlen. Die sind ziemlich riesig und der Guide lockt sie mit einem kleinen Stöckchen mit feinen Bewegungen aus der Höhle, wo sie von allen gut beobachtet werden können…..Ich möchte nicht wissen, wieviele Tier noch im Dunkeln lauern…

Roman entdeckt noch einen kleinen Frosch, der aber sehr lichtempfindlich ist. Auf dem Rückweg zum Bus entdeckt der Führer ganz oben im Baum über uns noch eine riesige zusammengerollte Boa constrictor. Wir sind alle froh, als wir wieder in unserem Transporter sitzen. Aufregung herrscht derweil draußen unter den Führern, die die zwei verlorenen Leute noch vergeblich suchen – wir hoffen nur, dass sie wieder zurück in die Zivilisation gefunden haben. Über uns leuchtet ein spektakulärer Sternenhimmel, denn es ist ringsum wirklich absolut dunkel. In der Lodge zurück gehen wir gleich noch was essen, denn die Küche macht gleich zu. Außer uns sitzen nur noch vier Amis beim Essen, sonst ist alles ruhig.

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In der Nacht stürmt es draußen heftig und wir müssen die Tür zum Bungalow „verbarrikadieren“, denn unter dem Schlitz passt locker ein Leguan durch und es zieht wie Hechtsuppe – wir befinden uns eben auf 1.400 Metern Höhe im Nebelwald.